Kita Kosel in Gefahr – Sachliche Debatte trotz brisanter Themen

Im gut besuchten Gemeindezentrum Kosel fanden sich am 23.02.2026 sehr viele Bürgerinnen und Bürger, die Ortschaftsräte, die Oberbürgermeisterin, Vertreter der Stadtverwaltung und fünf Stadträte (Bündnis H.E.R.Z., parteilos und AfD) zu einer Versammlung des Ortschaftsrates ein. Grund dafür waren zwei hochemotionale Themen: die zur Diskussion stehende Schließung der Koseler Kita und das Thema Windkrafträder.

Kita in Kosel

Bei der Vorstellung des „Konzeptes“ zur Kita „Lustige Früchtchen“ durch Frau König (Fachbereichsleiterin Stadt- und Wirtschaftsentwicklung) und Herrn Girbig (Fachbereichsleiter Zentrale Dienste) wurde schnell deutlich, dass dieses Papier den Namen nicht verdient. Es stellte lediglich dieselbe seelenlose Aneinanderreihung trockener Zahlen dar wie vor vier Wochen im Elternabend. Einmal mehr offenbarte sich, dass es der Stadtverwaltung, insbesondere den anwesenden Fachbereichsleitern, an Fantasie und Willen fehlt, eine Lösung im Sinne der Kinder und Eltern zu finden. Eine derart nüchterne und emotionslose Herangehensweise lässt einen Stadtrat mit Blick auf die Herausforderung Stadtentwicklung ratlos und erschüttert zurück.

Initiative und Präsentation von Heiko Opitz

Nach der Stadtverwaltung ergriff als erster der Koseler Bürger und Vater Heiko Opitz das Wort. Anhand einer eigenen Präsentation widerlegte er an mehreren Punkten die zuvor präsentierten Zahlen. Aus dieser ging u. a. anschaulich und nachvollziehbar hervor, dass es im Gegensatz zur Behauptung der Verwaltung sehr wohl Anmeldungen für das kommende Kita-Jahr gibt. Zudem bereitet eine weitere Familie ihren Zuzug in den Ortsteil vor und bringt ebenfalls Kinder mit.

Er machte auch deutlich, dass rein wirtschaftlich betrachtet die Einrichtung in Kosel günstiger arbeitet als ihr Pendant in See. Der Vollzeit-Kita-Platz ist dort bei den Kosten um einiges günstiger. Ebenso stellt sich der Sanierungsstand in Kosel deutlich besser dar als in der Seer Einrichtung. Diese kann seit Jahren auch aufgrund baulicher Einschränkungen und Sanierungsaufschub nicht optimal ausgelastet werden. So liegt die Auslastung in Kosel derzeit sogar leicht höher (20 von 30 möglichen Plätzen) als in See.

Herr Opitz hatte sich im Vorfeld der Sitzung mit einem Brief an die Stadtverwaltung gewandt. Darin zeigte er zum einen Perspektiven zum Erhalt der Kita Kosel auf. Zum anderen benannte er auch Konsequenzen aus einer übereilten Schließung. Dieser Brief ist den Unterlagen des letzten Verwaltungsausschusses beigefügt und somit allen Stadträten zugänglich.

Stadtrat Prause-Kosubek: Risiken einer vorschnellen Schließung

Stadtrat Prause-Kosubek (Bündnis H.E.R.Z.) zeigte mehrmals großes Verständnis für die Einwendungen der anwesenden Eltern und Bürger. Er verwies u. a. auf Konsequenzen, die eine übereilte Schließung der Einrichtung unweigerlich oder auch beiläufig mit sich brächte. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass die jetzt in Kosel betreuten Kinder sowie die neu in diesem und nächsten Jahr hinzukommenden Kinder nicht, wie in den Berechnungen von Herrn Girbig angenommen, nach See wechseln. Stattdessen könnten sie beispielsweise nach Rietschen gehen, wo der Kita-Vollzeitplatz knapp und der Krippenplatz sogar über 100 Euro günstiger zu haben ist.

Schon wenn sich einige der Eltern zu einem solchen Schritt entschieden, ginge die Wirtschaftlichkeitsberechnung der Stadtverwaltung nicht mehr auf. Abgesehen von weiteren Folgen, wenn die abgehenden Kinder später nicht in Niesky, sondern in Rietschen oder Hähnichen die Jugendfeuerwehr, den Sportverein usw. nutzen.

Demografischer Wandel vs. Bevölkerungsverlust

Und noch eines wurde klar: Stadtrat Prause-Kosubek wies zum von Frau König völlig überstrapazierten Thema „demografischer Wandel“ darauf hin, dass der Bevölkerungsverlust, der die Verwaltung letztlich zu diesem Schritt veranlasst, nicht etwa in den Ortsteilen entsteht, sondern in der Kernstadt. Der Ortsteil See fällt durch Stabilität auf – der Ortsteil Kosel durch Zuwachs, insbesondere bei jungen Familien. Die Kernstadt hingegen verliert seit 1990 kontinuierlich Einwohner. Auch vor diesem Hintergrund wäre die Schließung der Kita Kosel ein fataler Fehler. Stattdessen müsse man massiv in Anreize investieren, die diesen erfreulichen Trend im OT Kosel unterstützen, so Prause-Kosubek weiter.

Lösung gesucht

Die H.E.R.Z.-Ortsvorsteherin Sibylle Klingauf wird zeitnah noch einmal das Gespräch mit den Eltern in Kosel suchen. Ziel ist es, gemeinsam mit den Stadträten an einer positiven Perspektive zu arbeiten.

Windkraftanlage in Kosel

Im zweiten großen Tagesordnungspunkt ging es um die am Rande von Kosel geplante Windenergieanlage. Schnell wurde klar, dass die Bürger:innen vor allem verärgert sind. Bislang haben sich weder Investor noch Flächeneigentümer mit den Anwohnern ins Benehmen gesetzt. Die Oberbürgermeisterin erklärte in einem kurzen Statement, dass dies nun der erste Schritt hin zu mehr Öffentlichkeit und Transparenz sein müsse. Dieser liege jedoch nicht in der Hand der Stadtverwaltung oder der Stadträte.

Bündnis H.E.R.Z. setzt sich auch hier ein

Auch hier ist unsere H.E.R.Z.-Ortsvorsteherin um einen zeitnahen Gesprächstermin zwischen Einwohner:innen, Investor und Eigentümer bemüht. Diesen werden wir als Stadtratsfraktion aktiv begleiten.

Insgesamt positiv fiel auf, dass trotz der Brisanz der Themen eine überwiegend sachliche und wertschätzende Atmosphäre und Gesprächskultur vorherrschte.

3 Gedanken zu „Kita Kosel in Gefahr – Sachliche Debatte trotz brisanter Themen“

  1. Danke Herr Prause-Kosubek für die sehr gute Darstellung.Das haben sie sehr gut formuliert.Ich bin froh das unsere Stadträte versuchen uns zu helfen.Ich weiß das wird sehr schwer werden.Aber manchmal muss man auch um etwas kämpfen.

    Mfg
    Sunita Schulz

  2. Nicht Kampf sondern Einsatz, wer kämpft kann verlieren, wer einsatzbereit ist wird Mehrwert schaffen. Für alle im Dorf und darüber hinaus
    Mfg Heiko Opitz

  3. Guten Abend,
    es tut mir in der Seele weh zu sehen und zu hören wie diese Region immer weiter stirbt!
    Ich würde so gerne helfen, habe Ideen und Vorstellungen wie man wieder Fahrt aufnehmen könnte, das würde zwar 4-5 Jahre in Anspruch nehmen, aber dann würde es Schritt für Schritt weitergehen!
    Aber egal was ich mache, Es bleibt bei mir der Eindruck eine Veränderung ist nicht gewollt!
    Schade auch um diese historische Region!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen