Auf Initiative der Fraktion H.E.R.Z. hat der Stadtrat am 4. Mai 2026 die Durchführung eines Kita-Gipfels beschlossen. Am 1. Juli 2026 fand nun das erste Treffen statt. Unser Ziel war es, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen und gemeinsam über die Zukunft der Kinderbetreuung in Niesky zu sprechen.
Alle Akteure im Gespräch
Der Einladung der Stadtverwaltung folgten Vertreter des Stadtrates sowie alle Kindertageseinrichtungen der Stadt Niesky. Besonders erfreulich war, dass sämtliche Träger vertreten waren. Die Veranstaltung wurde von einer unabhängigen Moderatorin geleitet und bot den passenden Rahmen für einen offenen und konstruktiven Austausch.
Die Zahlen zeigen Handlungsbedarf
Zu Beginn stellte die Stadtverwaltung die Entwicklung der Geburtenzahlen vor. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Auch in Niesky sinkt die Zahl der Geburten kontinuierlich. Im Jahr 2025 wurden lediglich 35 Kinder geboren.
Diese Entwicklung stellt sowohl die Stadt als auch die freien Träger vor erhebliche Herausforderungen. Die bisherigen Kapazitäten werden langfristig nicht mehr vollständig ausgelastet sein. Deshalb müssen wir uns bereits heute mit der Frage beschäftigen, wie die Kita-Landschaft auch unter veränderten Bedingungen zukunftsfähig gestaltet werden kann.
Beeindruckende Vielfalt in unserer Stadt
In kurzen Präsentationen stellten sich alle Kindereinrichtungen vor. Sie gewährten Einblicke in ihre pädagogischen Konzepte, Betreuungsangebote, Öffnungszeiten sowie ihre personelle und räumliche Ausstattung.
Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie vielfältig die Kinderbetreuung in Niesky ist. Unterschiedliche Konzepte und engagierte Teams sorgen dafür, dass Familien eine breite Auswahl an Betreuungsmöglichkeiten haben. Diese Vielfalt ist ein großer Gewinn für unsere Stadt und sollte nach Möglichkeit erhalten bleiben.
Ehrliche Bestandsaufnahme
Der erste Kita-Gipfel diente bewusst nicht dazu, bereits fertige Lösungen zu präsentieren. Vielmehr ging es darum, ein gemeinsames Verständnis für die Ausgangslage zu schaffen. Dieses Ziel wurde erreicht.
Allen Beteiligten ist bewusst, dass ein einfaches „Weiter so“ angesichts der demografischen Entwicklung nicht möglich sein wird. Räumliche und personelle Kapazitäten müssen künftig an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Gleichzeitig dürfen die finanziellen Auswirkungen nicht außer Acht gelassen werden. Die Stadt verfügt nur über begrenzte finanzielle Mittel, und steigende Elternbeiträge sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Konkrete Maßnahmen wurden noch nicht beschlossen. Erste Ideen wurden zwar angesprochen, doch verständlicherweise gibt es unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie der richtige Weg aussehen könnte. Klar ist jedoch: Die Herausforderungen werden sich nicht von selbst lösen.
Als Fraktion H.E.R.Z. war und ist es unser Anliegen, diesen Dialog frühzeitig anzustoßen. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit allen Trägern, der Stadtverwaltung und den anderen Fraktionen tragfähige Lösungen zu entwickeln, die sowohl den Bedürfnissen der Familien als auch den finanziellen Möglichkeiten der Stadt gerecht werden.
Einigkeit bestand darüber, dass die vielfältige Kita-Landschaft in Niesky möglichst erhalten bleiben und die hohe Qualität der Betreuung gesichert werden soll. Gleichzeitig müssen wir den Mut haben, offen über notwendige Veränderungen zu sprechen.
Unser Fazit
Der erste Kita-Gipfel war ein wichtiger und erfolgreicher Auftakt. Alle Beteiligten konnten ihre Sichtweisen darstellen und ein gemeinsames Verständnis für die bevorstehenden Herausforderungen entwickeln. Darauf lässt sich aufbauen.
Die eigentliche Arbeit beginnt jedoch erst jetzt. In weiteren Gesprächen müssen konkrete Lösungsansätze entwickelt werden. Dabei wird es auf Offenheit, gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft zu Kompromissen ankommen. Nur gemeinsam wird es gelingen, die Kinderbetreuung in Niesky langfristig zukunftssicher aufzustellen – im Interesse unserer Kinder, der Eltern und aller Träger.