Wir beziehen uns auf ein derzeit bei Facebook vielfach geteiltes Video aus unserer Stadt. Zu sehen ist ein junger Somalier, der auf dem zentralen öffentlichen Platz in oder an einen Zierbrunnen uriniert. Sollte das Video den Sachverhalt zutreffend wiedergeben, dann ist dieses Verhalten respektlos und gehört – wie jeder vergleichbare Verstoß – durch die zuständigen Behörden geahndet.
Fehlverhalten konsequent ahnden – ohne Vorurteile
Ebenso klar ist aber: Aus dem Fehlverhalten eines Einzelnen einen Generalverdacht gegen eine ganze Bevölkerungsgruppe abzuleiten, überschreitet jede Grenze. Wer Menschen als „Schweine“ oder „Affen“ beschimpft, nach „Remigration“ ruft, Mordfantasien verbreitet oder Bürgerwehren herbeisehnt, verlässt den Boden unserer demokratischen Kultur. Solche Hassparolen lösen kein einziges Problem – sie vergiften das gesellschaftliche Klima und greifen die Grundwerte unseres Rechtsstaates an.
Viele Menschen sind verärgert über Integrationsprobleme, wiederholte Straftaten oder das Gefühl, der Staat greife nicht entschlossen genug durch. Diese Sorgen verdienen eine ernsthafte politische Antwort – aber sie rechtfertigen weder Hass noch Gewaltfantasien. Wer aus berechtigter Kritik in die Arme derjenigen getrieben wird, die auf Ausgrenzung und Menschenverachtung setzen, löst kein Problem, sondern schafft neue.
Haltung zeigen – gerade jetzt
Gerade deshalb sollten wir uns alle, die wir uns als vernünftig und mitmenschlich verstehen, nicht von den Parolen der AfD-Sympathisanten und anderer politischer Rattenfänger einlullen lassen. Demokratie lebt davon, dass wir Missstände benennen – aber ebenso davon, dass wir jedem Versuch widerstehen, Hass und Feindbilder zur politischen Normalität zu machen. Wegzuschauen, weil es bequemer ist, oder gar aus Angst zu schweigen, wäre ein schwerer Fehler. Denn wer die Enthemmung der Sprache hinnimmt, gewöhnt sich am Ende auch an die Enthemmung der Taten.
Als Stadtgesellschaft müssen wir beides zugleich leisten: Regelverstöße konsequent ahnden und jeder Form der Entmenschlichung widersprechen. Rechtsstaat statt Lynchjustiz, Vernunft statt Hetze – daran sollte sich kommunale Politik orientieren. Denn der Unterschied zwischen einer demokratischen Gesellschaft und ihren Feinden zeigt sich gerade dann, wenn wir mit Fehlverhalten umgehen: konsequent, aber ohne unsere Menschlichkeit preiszugeben.
Bevor es zu spät ist: Lassen wir nicht zu, dass Hass, Einschüchterung und Menschenverachtung den Ton in unserer Stadt bestimmen. Niemand muss solchen Parolen allein entgegentreten – gerade als Stadtgesellschaft sind wir stark, wenn wir füreinander einstehen und gemeinsam unsere demokratischen Werte verteidigen.
🤍 richtig!!!
Dieser Beitrag vermengt unterschiedliche Sachverhalte und ich möchte ihn relativieren.
Während man mit den ersten Sätzen, bezüglich unangemessener Kommentare, so es sie in dieser Form gibt, noch konform gehen kann, so finden sich dann Passagen, die gegen die von den Verfassern angeblich so hoch geachtete Toleranz und Meinungsfreihheit sprechen.
Während man die sichtbaren Probleme der illegalen Massenmigration ,wobei der geschilderte Fall sicherlich nicht die größte Herausforderung darstellt, der Exekutive zuschiebt, wohlwissend das deren Hände gebunden sind um nachhaltige Lösungen herbeizuführen, hetzt man gegen die politische Kraft, die sich den unhaltbaren Zuständen, die unser Land zugrunde richten, entgegenstellt.
Die Politik der AfD richtet sich nicht generell gegen Ausländer, sondern genau gegen die Einwanderung von Leuten, die sich hier nicht integrieren wollen und das Zusammenleben der Bürger stören.
Je mehr wir von diesen Leuten ins Land holen, um so umbeherrschbarer wird die Situation für die Polizei und die Verwaltung.
Die Kosten dieser Masseneinwanderung führen inzwischen nachweislich zur Verarmung der Kommunen, die sich dann auch noch mit solchen Leuten herumtragen muss, denen Respekt und Dankbarkeit für das Aufnahmeland fehlt, was man aus diesem Verhalten ableiten kann.
Wer die riesigen Probleme nicht sehen will, die eine Einwanderung von inzwischen Millionen schlecht integrierbaren Leuten, für unser Land darstellt und unser gesellschaftliches Zusammenleben , wie wir es bisher kannten, nachhaltig beschädigt., sollte sich bei der Beschimpfung von Leuten mit anderer politischer Meinung zurückhalten.
Letztere sind nämlich die, die unsere Heimat lebenswert erhalten wollen und sich der Verwandlung in ein Shithole wie sie z.B. im Ruhrgebiet unzählig anzutreffen sind konsequent entgegenstellen.
Vielleicht sollten die Verfasser dieses Textes mal eine Reise nach Berlin-Neukölln machen, um sich anzusehen, wohin Ihre lächerlichen Bestrebungen, alle Armutsmigranten dieser Welt aufzunehmen, am Ende führen werden.
Vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar.
Unser Beitrag beschäftigt sich bewusst nicht mit der grundsätzlichen Frage der Migrationspolitik. Darüber kann und muss man unterschiedlicher Meinung sein. Man kann für eine deutlich restriktivere Einwanderungspolitik eintreten, Abschiebungen konsequenter einfordern oder die Integrationspolitik kritisieren – all das gehört zu einer demokratischen Debatte.
Der Anlass unseres Beitrags war jedoch ein anderer: Ein mögliches Fehlverhalten einer einzelnen Person rechtfertigt weder die Herabwürdigung einer gesamten Bevölkerungsgruppe noch Aufrufe zu Hass oder Gewalt. Genau gegen diese Enthemmung der Sprache haben wir Stellung bezogen.
Dass Sie daraus den Schluss ziehen, wir wollten Probleme der Migration leugnen oder jede Kritik an der Einwanderungspolitik unterbinden, entspricht nicht dem Inhalt unseres Textes. Im Gegenteil: Dort heißt es ausdrücklich, dass Integrationsprobleme und das Empfinden vieler Menschen, der Staat handele nicht konsequent genug, ernst genommen werden müssen.
Kritik an politischen Entscheidungen ist legitim. Ebenso legitim ist es aber, wenn wir einer Sprache widersprechen, die Menschen pauschal abwertet oder Feindbilder erzeugt. Beides gehört zu einer demokratischen Auseinandersetzung.
Dafür das Sie meinen Kommentar freigeschaltet und beantwortet haben, gebührt Ihnen mein Respekt.
Ich danke dafür, auch wenn es selbstverständlich sein sollte, das man seine Meinungen austauscht, solange das in annehmbarer Form geschieht.
Eine (Brand-)Mauer wird niemals helfen, die Position des anderen zu verstehen und seine eigenen Auffassungen zu hinterfragen.
Nur eine vernünftige Konversation wird dazu führen, daß sich die tiefen Gräben in unserer Gesellschaft wieder schließen können.
Man wird bei allem Trennenden auch Gemeinsamkeiten feststellen.
Wie ich schon in meinem ersten Text schrieb, bin ich durchaus Ihrer Meinung, daß unsachgemäße Kommentare in den sozialen Medien als solche zu geißeln sind.
Ich nutze Facebook kaum und hatte gestern bei der Recherche nur einen Beitrag gefunden, der in seine Wortwahl überzogen und unangebracht war. Möglicherweise gibt es da auch andere, die Sie zu Ihrem Text veranlasst haben, das möchte ich nicht in Abrede stellen.
Natürlich sollte man nicht pauschalisieren und ganze Menschengrupoen in verbale Sippenhaft nehmen. Auch da bin ich bei Ihnen.
Allerdings schlagen Sie selbst einen viel zu kurzen Bogen, von unangebrachten und kritikwürdigen Kommentaren, zu allen AfD-Sympathisanten und wen Sie mit Rattenfängern meinen, dürfte auf der Hand liegen.
Damit haben Sie genau das getan, was die geistig schlichten Gemüter tun, die Sie kritisieren
und war mir Anlass Ihnen zu schreiben.
Es hat ja eine Ursache, weshalb die AfD derzeit auf einer derartigen Erfolgswelle schwimmt und die ist mit Sicherheit nicht damit zu begründen, daß unsere Bürger zu über 30% dieser Partei angedichtetes, rechtsradikales Gedankengut goutieren, sondern weil die AfD als einzige politische Kraft glaubhaft gegen Fehlentwicklungen in der momentanen Politik, die auch Sie nicht abstreiten, vorgehen will.
Die Partei und ihre Wähler mit Rattenfängern in einem Satz in Verbindung zu bringen, ist daher genauso unangebracht, wie das bashing von Migranten auf ganzer Linie.
Zumal der initiale Vorfall eigentlich lapidar, wenn auch unappetitlich war.
Versuchen wir aber der Sache etwas Positives abzugewinnen..
Wir sind miteinander ins Gespräch gekommen, was wahrscheinlich sonst nicht geschehen wäre.
Nur wenn man sich mit Respekt auseinandersetzt, kann das auf beiden Seiten dazu führen, daß man den politischen Gegner fairer und mit mehr Verständnis begegnen wird, als das derzeit gemeinhin der Fall ist.
Nur das wird unserem Land am Ende helfen können, seine immensen Probleme, weitab von Zierbrunnenfehlbefüllungen, zu lösen.
In diesem Sinne , viele Grüße!
Vielen Dank für Ihre sachliche und respektvolle Antwort. Dass wir trotz unterschiedlicher politischer Auffassungen in einen konstruktiven Austausch gekommen sind, begrüßen wir ausdrücklich. Genau das wünschen wir uns für die politische Debatte.
Wir glauben allerdings, dass hier ein Missverständnis besteht. Unser Beitrag bezog sich nicht auf einzelne kritische oder zugespitzte Kommentare zur Migrationspolitik, sondern auf die Reaktionen, die unmittelbar unter dem Video zu lesen waren. Dort blieb es eben nicht bei scharfer Kritik.
Zu den Kommentaren gehörten unter anderem Forderungen wie „Fangschuss“, Aufrufe, Menschen „die Schädel einzuschlagen“, „Blut fließen“ zu lassen, die Forderung nach bewaffneten Bürgerwehren sowie Beiträge, in denen von „alten Geistern“ die Rede war oder Selbstjustiz als „beste Lösung“ dargestellt wurde. Genau gegen diese Form der Enthemmung haben wir uns gewandt.
Vor diesem Hintergrund dürfte verständlich sein, warum wir von einer Grenze gesprochen haben, die in einer demokratischen Gesellschaft nicht überschritten werden darf. Zwischen berechtigter Kritik an der Migrationspolitik und Gewaltaufrufen oder der Entmenschlichung von Menschen besteht ein fundamentaler Unterschied.
Sie schreiben selbst, dass pauschale Verurteilungen von Menschengruppen falsch sind und unsachliche Kommentare zu kritisieren sind. In diesem Punkt stimmen wir überein.
Was den Satz über „AfD-Sympathisanten und andere politische Rattenfänger“ betrifft, können wir nachvollziehen, dass Sie ihn kritisch sehen. Gemeint waren nicht alle Wähler oder Mitglieder der AfD. Gemeint waren diejenigen politischen Akteure – unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit –, die berechtigte Sorgen der Menschen nutzen, um Hass, Feindbilder oder Gewaltfantasien zu befördern oder zu relativieren. Wenn diese Formulierung bei Ihnen einen anderen Eindruck erweckt hat, hätten wir sie präziser wählen können.
Gerade weil wir der Auffassung sind, dass die Herausforderungen in der Migrations- und Integrationspolitik offen benannt werden müssen, halten wir es für wichtig, gleichzeitig jeder Form von Menschenverachtung und Gewaltverherrlichung entschieden entgegenzutreten. Das eine schließt das andere nicht aus – im Gegenteil: Ein demokratischer Rechtsstaat muss beides leisten.
In diesem Sinne danken wir Ihnen nochmals für den respektvollen Austausch. Unterschiedliche politische Überzeugungen müssen einer sachlichen Diskussion nicht im Wege stehen – Gewaltaufrufe und Entmenschlichung dagegen schon.
Wir wünschen Ihnen alles Gute und hoffen, dass unsere Diskussion zeigt, dass ein respektvoller Austausch auch bei unterschiedlichen politischen Überzeugungen möglich ist. Dabei möchten wir es belassen.